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A


Ablass

Der Moment des möglichst passiven Lösens der Sehne. Die Sehne schlägt quasi die Finger der Zughand beiseite, d.h. die Finger werden nicht aktiv geöffnet, sondern es findet lediglich eine Entspannung der Zugfinger statt. Auf diese Weise versucht man, den Ablass von Schuss zu Schuss so identisch wie möglich zu halten und ein sauberes Trefferbild respektive eine gute Gruppierung der Pfeile zu ermöglichen.


Alle ins Gold

Gruß der Bogenschützen beim olympischen Recurveschießen. Die Mitte der Scheibenauflage ist gelb=gold.


Archery

Englische Bezeichnung für Bogenschießen

B


Befiederungsgerät

Dient der gleichmäßig sauberen Befiederung eines Pfeils. Für eine gleichbleibend gute Befiederung in Winkel, Abstand etc. und auch als Erleichterung für das Kleben als solches ist ein gutes Befiederungsgerät eine sinnvolle Anschaffung.

C


Checker

Gerät mit einer Messskala zum Ermitteln der Standhöhe des Bogens, des Tillers und der Nockpunktposition.


Creep

engl. Kriechen; Bezeichnung für das Dehnen einer Sehne unter längerer Spannung oder auch sich ändernden Bedingungen wie etwa Temperatur und Feuchtigkeit. Eine Sehne aus Dacron wie sie in der Regel bei Vollholzbögen, verwendet wird, hat eine Dehnung im Bereich von 2-5% und soll aufgrund ihrer Elastizität solche Bögen auch schützen. Generell verwenden Bögen die nicht tauglich sind für FastFlight-Garne eine Dacronsehne. Moderne Sehnenmaterialien wie BCY452X und auch das 8125, beide von BCY, weisen praktisch gar keinen Creep mehr auf. Sie sind selbst den üblichen FastFlight-Garnen gegenüber noch weniger flexibel. Sie geben Ihre ganze Energie an den Bogen weiter und ein Bogen, der keine FastFlighttauglichkeit aufweist, kann aufgrund der höheren Belastung bei deren Verwendung schnell zerbrechen.

D


Dacron

Bei Vollholzbögen bevorzugtes Garnmaterial, welches aufhrund seiner Elastizität den Schock beim Abschuss reduziert und somit den Bogen selbst weniger beansprucht.

siehe auch Creep


DBSV

Deutscher Bogensportverband


DSB

Deutscher Schützenbund

F


Fingerschlinge

Ein Band mit zwei Schlaufen, in welche der Zeigefinger und der Daumen des Bogenarms gesteckt wird, wenn der Bogen in der Hand liegt. Auf diese Weise kann man beim Schuss den Bogen sauber fallen lassen, ohne dass dieser zu Boden fällt und kann die Bogenhand dementsprechend locker lassen. Dies macht man, damit ein Verreißen des Bogens durch einen zu festen Griff vermieden wird und der Pfeil nicht durch eine ungewollte Bewegung der Bogenhand beeinflusst wird.


FITA

Abkürzung für Fédération Internationale de Tir à l'Arc; siehe WA

G


Gold

Gemeint sind der Neuner und der Zehner Ring im Zentrum der Scheibe, welche von gelber Farbe sind. → Alle ins Gold


Grain

eng. Begriff für ein Korn. Übliche Maßeinheit für Gewichte. Ein Grain entspricht 0,06479891 Gramm. Gewichte der Pfeilspitzen werden üblicherweise in dieser Einheit angegeben. Typische Pfeilspitzengewichte liegen zwischen 80 und 120 grain. → Zur Umrechnungstabelle


Gruppierung

Wenn innerhalb einer Passe drei Pfeile oder mehr dicht zusammen in der Scheibe stecken, spricht man von einer Gruppe, bzw . guten Gruppierung. Wichtig bei der Abstimmung des Materials und dem Feintuning, dabei ist es nicht erforderlich, dass die Pfeile im Gold stecken. Wenn eine gute Gruppierung vorhanden ist, stellt man in der Regel sein Visier entsprechend darauf ein, damit die Gruppe mehr in Richtung Zentrum wandert.

K


Klicker

Eine Zunge aus Metall oder auch Carbon, die vorne oberhalb der Pfeilauflage am Mittelteil des Recurvebogens befestigt wird und zur Kontrolle eines immer gleichbleibenden Pfeilauszugs dient. Der Klicker klemmt den Pfeil auf der Pfeilauflage leicht ein. Gelangt der Klicker während des Pfeilauszugs über die Pfeilspitze, schlägt er gegen den Klickervorbau und hinterläßt eine typisches Klicken, welches das Signal für den Schützen ist, unmittelbar die Zughand zu entspannen und die Sehne mit dem Pfeil zu lösen.


Köcher

Die Tasche, dir zur Pfeilaufnahme und diverser Utensilien wie Pfeilzieher u.a. dient und in der Regel mit einem Gürtel an der Hüfte getragen wird. Es gibt Köcher für Rechts- und Linkshandschützen, aber auch Rückenköcher, welche vorwiegend von traditionellen Bogenschützen benutzt werden.

L


Leerschuss

auch Trockenschuss; Das Lösen der Sehne im vollen Auszug ohne eingelegten Pfeil. Dies kann sowohl mit Verletzungen als auch der Zerstörung des Bogens einhergehen, da die komplette Energie auf den Bogen selbst übergeht, ohne sie an den Pfeil abgeben zu können.


Linkshandbogen / Linkshandschütze

Rechtshandbogen

M


Mittelteil

engl. Riser; der mittlere Teil eines Bogens, an dem die Wurfarme befestigt werden.

P


Passe

Eine Sequenz von Schüssen innerhalb eines Durchgangs, nach deren Ende gemeinsam die Pfeile geholt und die Ergebnisse festgehalten werden. Eine Passe besteht bei größeren Entfernungen in der Regel aus 6 Pfeilen, in der Halle und allgemein bei kurzen Entfernungen werden 3 Pfeile geschossen. Aud 70 m beispielsweise schießt man 6 Pfeile pro Passe und das ganze dann 6 mal. So kommt man in einem Durchgang auf 36 Pfeile. In der Hallle sind es 10 mal 3 Pfeile, so das ein Durchgang aus 30 Pfeilen besteht.


Pfeilzieher

Gummiartige Greifhilfe zum problemlosen Ziehen eines Pfeils aus der Scheibe. Manchmal lassen sich Pfeile mit der bloßen Hand nicht herausziehen, insbesondere wenn es sehr dünne Pfeile sind und auch wenn diese vom Regen nass sind.

R


Rechtshandbogen / Rechtshandschütze

Ausschlaggebend für die Feststellung, ob man Rechts- oder Linkshandschütze wird, ist die Frage, welches Auge das Dominante ist, sprich, welches das Zielauge ist. Ist es das rechte Auge, hält man den Bogen in der linken Hand und zieht die Sehne mit der Rechten. Hier spricht man vom Rechtshandschützen. Bei einem linken Zielauge wird der Bogen entsprechend in der rechten Hand gehalten, während die Sehne mit dem linken Arm gezogen wird. → Linkshandschütze

Rechtshandschützen sind eindeutig in der Mehrheit. Bei der Anschaffung seiner Ausrüstung entscheidet sich hier, welchen Recurvebogen man kaufen bzw. anfangs mieten soll, denn die Seite der Pfeilauflage ist ebenso abhängig davon, ob man den Bogen in der rechten oder linken Hand hält.

S


Stabilisator

Das Stabilisationssystem dient aufgrund seiner Masse und mit seinen Gewichten an seinem Ende dem Schützen dazu, den Bogen ruhiger im Ziel halten zu können, zur Dämpfung der Vibrationen beim Schuss und auch für die Abstimmung des Kippverhaltens des Bogens. Das System besteht in der Regel aus einem Monostabilisaor mit einer Länge von etwa 25-33 Zoll, sowie zwei Seitenstabilisatoren, auch Konterstabilisatoren genannt, welche etwa 10-12 Zoll lang sind. Die Stabis werden normalerweise an einer V-Bar, auch als Spinne bezeichnet, befestigt, welche wiederum am Mittelteil des Bogens angeschraubt wird.


Standhöhe

Der Abstand von der Sehne zum tiefsten Punkt am Griff. Bei moderneren Recurvebogen ist die Position des Buttons häufig identisch mit der tiefsten Stelle am Griff. Die Standhöhe beeinflusst die Leistungsfähigkeit des Bogens. Auch die Lautstärke des Bogens, ob dieser eher knallt oder mehr leise "surrt", ist neben einer ganzen Reihe anderer Faktoren auch von der richtigen Standhöhe abhängig.

T


Tab

Der Tab, egal in welcher Variation, mit Ankerplatte oder ohne, besteht aus einem glatten Leder und dient in erster Linie dem Schutz der Finger vor der Sehne und gleichzeitig für einen sauberen, gleichbleibenden sowie reproduzierbaren Ablass, da die Sehne das Leder auch formt und immer an der gleichen Stelle im Tab anliegt. Am Langlebigsten und qualitativ Hochwertigsten ist das Cordovan Leder. Es ist das bevorzugte Leder bei besseren Tabs.


Tiller

Der Abstand von der Sehne zum oberen und unteren Wurfarm am Punkt der Wurfarmaufnahme wird bei nicht gezogenem Bogen gemessen. Hat man beispielweise einen Abstand von 18,5 cm am oberen Wurfarm und 18,2 cm am unteren Wurfarm, spricht man von einem Tilller von 3. Generell ist zu beobachten, dass bei modernen Bögen der Tiller kleiner zu werden scheint.


Trockenschuss

→ Leerschuss

W


WA (World Archery)

WA steht für World Archery Federation und ist seit Sommer 2011 die neue Bezeichnung für den gleichen, ehemals aber FITA (Fédération Internationale de Tir à l'Arc) genannten Internationalen Dachverband der Bogenschützen, dem sogenannten Weltbogensportverband. Die Regeln nach denen weltweit geschossen wird, werden hier entsprechend festgelegt und von den nationalen Verbänden, in Deutschland ist das der Deutsche Schützenbund (DSB), in deren Sportordnung umgesetzt.